Hafenentwicklung trinational

Zielsetzung

Die Rheinschifffahrt ist ein umweltfreundlicher und sicherer Verkehrsträger mit grosser Bedeutung für die regionale und nationale Wirtschaft. Heute werden in den Häfen der Wirtschaftsregion TriRhena (Schweizerische Rheinhäfen, Hafen Weil am Rhein sowie Ports de Mulhouse-Rhin) rund 11 Mio. Tonnen Schiffsfracht umgeschlagen (2016). Auf die schweizerische Seite entfielen davon 5,9 Mio. Tonnen, was rund 10 Prozent des gesamten schweizerischen Güterimports entspricht.

Um auch in Zukunft ihr Potenzial entfalten zu können, braucht die Rheinschifffahrt ausreichende und moderne Umschlagskapazitäten. Idealerweise sind diese inter- bzw. multimodal angelegt und verfügen über gute Entwicklungsmöglichkeiten. Die Hafenanlagen in der Wirtschaftsregion TriRhena präsentieren sich heute jedoch sehr heterogen. Sie befinden sich an verschiedenen Standorten innerhalb einer Distanz von 40 km, erfüllen unterschiedliche Dienstleistungen und verfügen über ungleiche Strukturen. Bestehende Entwicklungspotenziale, Kooperationsmöglichkeiten und Synergien können dadurch nicht ausgeschöpft werden. Einige der Hafenanlagen (v.a. Basel Kleinhüningen und Birsfelden) sind vermehrt mit städtebaulichen Fragestellungen konfrontiert. Zudem stehen die Häfen der Wirtschaftsregion TriRhena untereinander teilweise in einem Konkurrenzverhältnis.

Wichtigste Rahmenbedingung für die Zukunft des südlichsten Hafenstandorts am Oberrhein ist die Entwicklung des Containersegments. 2016 wurden in den sieben Teilhäfen gesamthaft 200'000 TEU umgeschlagen. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren deutlich ansteigen, denn Prognosen sagen ein starkes Wachstum des Containerumschlags in der Binnenschifffahrt voraus. Vor allem die Entwicklungen in den Seehäfen sind zu berücksichtigen, die ihre Containerinfrastrukturen im grossen Stil ausbauen und zudem auf eine Erhöhung des Modal-Split-Anteils der Binnenschifffahrt von 30 Prozent auf bis zu 45 Prozent setzen.

Aktueller Stand

Seit 2007 sind die drei Häfen in einer Arbeitsgruppe organisiert, welche auf Anfang 2017 in eine GmbH umgewandelt wurde. Unter der Marke "RheinPort Basel-Mulhouse-Weil" wird eine Reihe gemeinsamer Ziele und Aktivitäten verfolgt. Insbesondere abgestimmte Marketing- und Kommunikationsaktivitäten stehen im Vordergrund.

Kern der weiteren Arbeiten bildet – neben dem Aufbau strategischer Kooperationen mit den Seehäfen – die Harmonisierung der Organisationsmodelle der drei beteiligten Hafenunternehmen. Insbesondere ist es zentral, das Landlord-Prinzip, das in den Schweizerischen Rheinhäfen bereits besteht, bei allen RheinPorts-Mitgliedern zu etablieren. Dieses Prinzip umfasst die Trennung von Infrastruktur und Betrieb. Es findet in Weil und Mulhouse noch keine Anwendung, wobei die Rheinhafengesellschaft Weil am Rhein 2016 den Grundsatzbeschluss zum Wechsel gefällt hat. Erst nach einer Harmonisierung wird es möglich sein, weitere Kooperationsschritte auf betrieblicher Ebene vorzunehmen oder harmonisierte Schwerpunkte für die Hafennutzung zu realisieren.

Die Rheinhafengesellschaft Weil am Rhein und die Schweizerischen Rheinhäfen haben 2011 mit einem Kooperationsvertrag die Zusammenarbeit weiter vertieft. Der Vertrag schafft die Voraussetzungen für eine Harmonisierung der Geschäftsmodelle der zwei Häfen zum Landlord-Prinzip. Damit werden Grundlagen für gemeinsame Infrastrukturprojekte geschaffen.

Das erste gemeinsame operative Projekt von RheinPorts ist der Aufbau eines grenzüberschreitenden Schiffsanmeldesystems im Containerverkehr für alle Terminals (Birsfelden – Kleinhüningen – Weil am Rhein – Ottmarsheim). Es wird 2017 in Betrieb genommen. Das für die Binnenhäfen neue System wird in den kommenden Jahren in weiteren Häfen des Oberrheins eingeführt. Das Projekt wird von der Europäischen Union mitunterstützt und bildet das Kernprojekt für eine engere Zusammenarbeit der Oberrheinhäfen.

(Aktualisierung 22.03.17)

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