Hafen- und Stadtentwicklung

Zielsetzung

Die Stadtentwicklung in Kleinhüningen mit Einbezug der Rheinufer im Gebiet des Stadthafens ist ein altes Anliegen. Im Richtplan des Kantons Basel-Stadt von 2009 ist festgehalten, dass das Hafenareal im Sinn einer koordinierten Hafen- und Stadtentwicklung weiterentwickelt werden soll.

2009 wurde ein partnerschaftlicher Testplanungsprozess zwischen den Schweizerischen Rheinhäfen (SRH), dem Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) sowie dem Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) gestartet, der ein breites Ausloten verschiedener Optionen ermöglichen sollte. Dabei wurden sowohl hafenlogistische Perspektiven wie auch städtebauliche Möglichkeiten einbezogen.

Aktueller Stand

Mitte 2010 wurde der Synthesebericht „Städtebauliche Testplanung mit Optionen Hafenlogistik“ vom Verwaltungsrat der SRH sowie dem Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt genehmigt. Eine koordinierte Hafen- und Stadtentwicklung ist demnach auf zwei Säulen gebaut: die Sicherung der Zukunft des Stadthafens und der Hafenlogistik durch die Schaffung von Ersatzstandorten einerseits ist Voraussetzung für die städtebauliche Entwicklung der Rheinufer zu einem neuen Hafenquartier andererseits.

Containerterminal und Hafenbecken 3: Im Hinblick auf die Zukunft der Hafenlogistik ist das zentrale Projekt die Schaffung von Ersatzstandorten für die Hafenfirmen auf der Westquai-Insel. Dazu gehört auch ein Containerterminal, das die dringend benötigten Kapazitäten für die massiv ansteigenden Containerverkehre im Import und Export schafft. Die Lage des Geländes auf dem Areal Basel Nord ist ideal: Es liegt in nächster Nähe zum Hafenbecken 2 und direkt am EU-Bahnkorridor Rotterdam-Genua, einer der wichtigsten Achsen des alpenquerenden Verkehrs. Eine Planungsgesellschaft Gateway Basel Nord mit SBB Cargo, Contargo und Hupac plant ein Containerterminal. Für den Schiffsanschluss an das Terminal planen die SRH den Bau eines dritten Hafenbeckens. Der Schwerpunkt liegt auf dem Umschlag Schiff-Bahn. Die Anlage ist auf den Umschlag im Endausbau von 390'000 Containern jährlich konzipiert und soll bis 2021/22 realisiert sein. Die Gesuche für das Containerterminal und das Hafenbecken 3 wurden 2016 beim Bundesamt für Verkehr eingereicht. Das Gütertransportgesetz enthält seit 2015 die gesetzliche Grundlage für eine Mitfinanzierung des Bundes für Hafenanlagen.

Projekt Dreiland: Auch die städtebauliche Planung läuft weiter auf Hochtouren: Planerisch werden im Rahmen eines Dreiland-Projekts die städtebaulichen Perspektiven des Kantons Basel-Stadt, der Stadt Huningue und der Stadt Weil am Rhein im Sinn eines gemeinsamen Nenners aufeinander abgestimmt, insbesondere in Bezug auf Nutzungsakzente und Verkehrsverbindungen. Unter dem Titel „3Land“ wurde vom renommierten holländischen Planungsbüro MVRDV in Zusammenarbeit mit den Basler Planern Philippe Cabane und Martin Josephy eine grenzüberschreitende Vision für die künftige Hafen- und Stadtentwicklung erarbeitet. Mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung bekennen sich die drei Städtepartner zu einer gemeinsamen Planung.

Entwicklungsplan: Um das Gebiet Kleinhüningen/Klybeck koordiniert zu entwickeln, soll ein Entwicklungsplan erstellt werden. Der Grosse Rat genehmigte 2013 den entsprechenden Ausgabenbericht. Der Entwicklungsplan Kleinhüningen-Klybeck umfasst ein relativ grosses Gebiet, das in mehrere Teilgebiete unterteilt ist. Für die einzelnen Teilbereiche sind Ziele und mögliche Massnahmen entwickelt worden. Bis Ende 2018 soll der Stadtteilrichtplan Kleinhüningen-Klybeck die behördenverbindliche Grundlage für die Planungen im Bereich Kleinhüningen und Klybeck schaffen.

Öffnung Klybeckquai: Das Rheinufer zwischen der Dreirosenbrücke und der Wiesemündung (Klybeckquai/Uferstrasse) ist der erste Hafenbereich, der schrittweise umgenutzt wird. Mit einfachen gestalterischen und baulichen Massnahmen wurde der Quai aufgewertet und im Sommer 2013 eröffnet. Seit 2011 gibt es zudem Zwischennutzungen auf dem Klybeckquai, welche vom Kanton Basel-Stadt koordiniert werden.

(Aktualisierung 17.03.17)

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